Markenname gesucht

21.05.2005

Branding
Was hat Solothurn mit Coca-Cola zu tun?

Beim Blindtest der ewigen Rivalen «Coca-Cola» und «Pepsi» ist das Verdikt immer gleich: «Pepsi» schmeckt den Testpersonen besser. Tatsache ist aber: «Coca-Cola» wird mehr verkauft, weil es die Hersteller geschafft haben, ihr Süssgetränk als die «begehrenswertere» Marke zu positionieren. Der Kaufentscheid wird also stark durch das Image eines Produkts beeinflusst. Kein neues Phänomen, das Michael Egloff von der Zürcher Kommunikations-Agentur «musqueteers» an der Tagung von SO-Visionen (s. oben) präsentierte. Um so interessanter aber die Frage, die er in seinem Referat stellte: Funktioniert dieser Mechanismus auch im Wettbewerb um die Standortgunst? Oder: «Braucht die Agglomeration Solothurn eine neue Wortmarke?»

«Ja», lautet Egloffs Antwort. Branding – die Technik der Markenbildung und Markenkommunikation – könne entscheidend dazu beitragen, ehrgeizige gesellschaftliche, politische und ökonomische Ziele zu erreichen. «Branding leistet auch einen wichtigen Beitrag, um im Wettbewerb um die Standortgunst zu punkten.» Egloff warnte aber vor Marketing-Schnellschüssen. Standort-Branding sei eine langfristige Angelegenheit, könne nicht delegiert werden und verlange von allen Marken-Verantwortlichen und -Trägern viel. «Der Aufbau eines Images und einer Marke ist vergleichbar mit der Steuerung eines Supertankers, er muss vorausschauend erfolgen.»

 

«Whitestone-City» oder «Pisoniland»?

Erfolgsentscheidend sei «eine starke Führungstruppe von Überzeugungstätern aus den Gemeinden, der Wirtschaft, der Kultur, der Bildung und den Medien». Weiter müssen alle Betroffenen sensibilisiert, informiert, miteinbezogen werden. Bereits in dieser frühen Phase sollte ein «Agglomerationsbewusstsein» entstehen, eine Art «übergeordnete Identität», damit alle am gleichen Strick ziehen.

Schliesslich gilt es, eine emotional starke Kernidee zu entwickeln. Diese muss die Einzigartigkeit der Agglomeration einfangen, um sich von den Mitbewerbern abzuheben, nach dem Motto: «Be different or die.» Dies ist der Moment, um die Namensfrage zu klären, die Idee zu «taufen». «Whitestone-City», «Pisoniland» – oder ganz einfach «Solothurn»? Die Diskussion ist eröffnet ... (gio)

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